Zeichen der Hoffnung und Freude

 

"Sein Leben war ein Besuch Gottes in unserem Land", charakterisierte Bischof Larrain seinen Freund und Weggefährten Padre Alberto Hurtado an dessen Todestag.
Das Beispiel und Wirken dieses Jesuitenpaters haben sich tief ins BewuBtsein des chilenischen volkes eingegraben. Viele StraBen, Plätze und Einrichtungen in Chile tragen heute den Namen Padre Alberto Hurtado C.

Die Wirksamkeit seiner Person und seines Wekes geht jedoch weit über Chile hinaus. Unter anderem findet sie ihren Niederschlang im groBen Dokument der lateinamerikanischen Bischöfe, das 1979 in Puebla die Schwerpunkte der Evangelisierung in Lateinamerika festlegte. Es sind die Jugend, die vorranige Liebe zu den Amen, der Einsatz für die Arbeiter, die Intellektuellen und die Preisterberufe.

Alberto Hurtado wird am 22 Januar 1901 in Viña del Mar geboren. Sein Vater stirbt vier Jahre später. Die Mutter zieht aus wirtschaftlichen Gründen mit ihren beiden Söhnen nach Santiago. Dort wächst Alberto in einem Leben der Armut auf, was sein späteres Wirken im apostolischen Sinn beeinflussen wird. Durch ein Stipendium kann er das Jesuitenkolleg St. Ignatius auf einen entschiedenen Befürworter der Hebung des Arbeiterstandes. Sein Leben erhältlich durch ihn eine entscheindende Richtungsweisung. Mit 17 Jahren beginnt Alberto Hurtado das Jurastudium an der Katholischen Universität. Mit 22 Jahren erwibt er den Titel eines Advokaten. Das Thema seiner Diplomarbeit: "Die rechtlichen Aspekte der Heimarbeit".
Als Student betätigt er sich intensiv in der Marianischen Kongresgation, im Sozialwek für die Bedürftigsten, wo er auch Ämter in der Parteiarbeit übernimmt.

Mit 22 jahren kann er endilich in das Noviziat der Jesuiten eintreten. Studienjahre führen ihn nach Argentinien, Spanien, Irland und schlieBlich nach Löwen in Belgien. 1933 empfängt er im Alter von 32 Jahren die Presterweihe. Seiner theologischen Ausbildung fügt er noch das Studium der Pädagogik und und Psychologie hinzu, das er 1935 mit der Promotion abschlieBt.

Bevor er nach Chile zurückkehrt, studiert er die politische Situation in Hollan, Deutschland, Frankreich und Italien. Er beobachet Faschismus und Nationalsozialismus. Tief beeindruckt ist er vom Wirken Cardijns in der Arbeiterjugend. Die Arbeit des Jugend-und Studentenverbaandes "Neudeutschland"(heute "Katholische Studierende Jugend") wird ihm Modell für seine spätere Jugendarbeit in Chile, 1936 kehrt er in seine Heimat zurück.

12 Jahre lang hatte er sich im Jesuitenorden auf seine neuen Aufgaben vorbereitet. In Chile wird er Präses der katholischen Jugend auf diözesaner und nationaler Ebene. Er lehrt die jungen Menschen , in ihrem Christsein auch die soziale Dimension zu verwirklichen. Padre Hurtado reist durch das laggestreckte Land, ermutigt und ermuntert, gründet neue Gruppen, fordert zum Engagement heraus, gibt Exerzitien, schreibt ungezählte Artikel und ist immer zu persönlichen Gesprächen bereit. Die Feiem zum Christkönigsfest mit Gebet und Fackelzügen sind Höhepunkte seiner Jugendarbeit.

1940 schockiert er die öffentilichkeit mit seinem Buch: "Ist Chile ein Katholisches Land? Zuinnerst ist er überzeugt, daB echtes Christentum sich auch in Werken zeigen muB. Religiöse Ignoraz, mangelhafte Erziehung, tausende herumstreunende Kinder, fehlende Rechte der Arbeiter, ungenügende Sozialstrukturen stehen hierzu im Widersprunch.

1944 gibt Padre Hurtado den AnstoB zur Gründung eines weitreichenden Sozialwekes "Hogar de Cristo" - Heimstatt Christi, das die obdachlosen Kinder beherbergt, ihnen Ausbildung und Arbeit vermittelt. Dieses Wek umfaBt auch Familieund Altenheime, Krankenstationen, Häuser der offenen Tür.
Gleichzeitig beginnt er Projekte für den Wohnuingsbau zugunsten der Unbemittelten. Die Finanzierung all dieser Werke ist Wohltätem, Freunden und der göttlichen Vorse hung anvertraut.
Die Leitung liegt stets in Händen von Laien.

1945 kann Padre Hurtado in Paris an einem KingreB der Jesuiten über die soziale Frage teilnehmen. Die Begegnung mit den Arbeiterpriestem und den Ordensleuten in der Fabrikarbeit führt ihn dazu, die Arbeiterfrage in Chile noch intensiver als zuvor aufzugreifen. Ermutigt von seinem ordensgeneral P. Janssens und bestärkt durch ein persönliches Gespräch mit Pius XII, begründet er 1945 die chilenische Gewerkschaftsaktion ASICH, die nicht nur die Arbeiter zusammenführt, sondem auch die Unternehmer, Professoren und Politiker. Später wird die Bewegung auf die Campasinos ausgeweitet.
Im Laufe dieser Jahre veröffentilichte Padre Hurtado zahlreiche pädagogische und sozialpolitische Bücher.
1950 rut er die Zeitschrift "Mensaje" (Botschaft) ins Leben. Sie soll der sozialen, politischen und kulturellen
Bildung der Christen dienen.

Ende 1951 machen sich Anzeichen einer shweren Erkrankung bemerkbar. Im Mai 1952 muB er in die Lkinik. Diagnose: Magenkrebs. Vom Krankenbett aus versucht er, seine zahlreichen Weke zu ordnen. Hunderte von Menschen besuchen ihn in seinem Krankenzimmer. Aus allen Schichten kommen sie, Arme und Reiche, um Abschied zu nehmen. Der 18. August 1952 bringt ihm die endgültige Begegnung mit Jesus Christus. Die Regierung ordnet Staatstrauer an.
16 Jahre lang konnte Padre Hurtado als Priester in Chile wirken. Seine ansteckende Jugendlichkeit, sein offenes Lächeln, seine Begeisterung, sein ganzes Lebenszeugnis aus der Liebe zu Christus und in der Treue zur Lehre der Kirche haben ihm einen Platz mitten im Herzen des Volkes geschaffen.
1971 beantragte die Chilenische Bischofskonferenz die Aufnahme seines Seligsprechungsprozesses.


English
Français
Deutsch
Italiano